Coaching mit Herz und Hindernissen – ein Blick hinter die Kulissen

Coaching mit Herz und Hindernissen – ein Blick hinter die Kulissen

„Boah, der ist so gemein, nein ich geh nicht ins Bett…“ – mein Sohn Michel* wirft sich sichtlich aufgebracht auf das Bett in meinem Arbeitszimmer, redet laut und wütend, während ich vor 2 Minuten mein Coaching angefangen habe. Na toll! 😬

Ein Moment der Hoffnung

„Einen Moment“, sage ich zu Paula*, der Coachee. Ich schalte das Mikrofon aus und hoffe inständig, dass mein Sohn sich innerhalb der nächsten Sekunden beruhigt – kann ja nicht so schwer sein, oder? 🤞

Doch es kommt anders als gedacht – eigentlich keine Überraschung für mich als Mama von Michel, der so lebendig und impulsiv ist (was auf meine eigene Gefühlsstärke trifft – eine manchmal explosive Mischung). 💥

Der Wunsch nach Ruhe und Präsenz

Ich merke binnen Sekunden, dass Michel gerade auf keinen Fall bereit ist, meinen Raum zu verlassen – und im Coaching mag ich gerne Ruhe haben, für Präsenz. Und ich mag niemanden im Raum haben, wenn ich einen Menschen begleite – da geht es mir um einen sicheren Raum. 🧘‍♀️

Eine kurze Pause

Ich bitte also Paula um eine Pause von 10 Minuten, in der Hoffnung, eine rasche Klärung und Beruhigung hinzubekommen – mir geht es um Fürsorge. 💗

Versuch einer Klärung und innere Konflikte

Ich gehe mit Michel in einen anderen Raum, versuche erstmal herauszufinden, worum es geht. Immer noch aufgeregt und nur bruchstückhaft erzählt er seine Sicht. Ich verstehe nur Bahnhof. 🚂

Ich versuche, ihn mit Argumenten zu überzeugen: „Weißt du, ich arbeite gern mit Menschen, und außerdem fahren wir von dem Geld in den Urlaub.“ (Habe ich so etwas wirklich gesagt? Oh meine Güte). 😳

Außerdem bin ich sauer auf Christian, der, so hatte ich das zumindest verstanden, zugesagt hatte, auf der Etage von Michel zu sein, stattdessen aber nun in der Garage ist. 🛠️

Ich merke, wie ich auch gestresst bin, ich fange an zu zittern (für mich ein Hinweis: da ist ein altes Thema berührt), und so langsam begreife ich: okay, das dauert länger als gedacht. ⏳

Entscheidung für den Sohn

Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, Paula weiter zu begleiten – da geht es mir um Verbindlichkeit – und dem Wunsch, meinem Lieblings-Michel beizustehen und ihn wirklich zu verstehen – da geht es mir um Fürsorge und Verbindung. 💔💞

Ich entscheide mich dafür, meinen Sohn zu begleiten und sage schweren Herzens das Coaching ab. 😢

Beruhigung und Verständnis

Ich sitze lange mit Michel auf dem Sofa – am Anfang weinen wir beide, und doch kann ich ihm nun entspannter zuhören, ganz bei ihm sein. 🛋️

Ich höre, er hat Angst – vor Dieben, Entführung (davon hat er in der Schule gehört). Ihm geht es um Sicherheit und Geborgenheit. Ihm fällt es, trotz seiner 11 Jahre, ab und zu schwer, für sich zu sein, allein ins Bett zu gehen – er braucht jemanden, der zumindest nebenan im Raum ist. Am liebsten hört er dabei etwas von mir oder von Christian. Ein großer Wunsch nach Nähe und Schutz, sicherem Raum. 🛏️🛡️

Ich halte ihn im Arm, merke, wie er sich langsam beruhigt.

Ein goldener Moment und eigene Reflexion

Nach einer Zeit, in der ich nicht weiß, wie viele Minuten vergangen sind, sagt er: „Du kannst jetzt wieder in dein Arbeitszimmer gehen“ – für mich unmöglich, da ich nicht so gut mit mir verbunden bin (das habe ich erst geschafft, als Michel im Bett war). 🕰️

Und ich höre einen Satz von meinem Kind, von dem ich sonst öfter höre, dass ich zu wenig Zeit für ihn hätte: „Mama, ich bin so froh. Ich merke jetzt, wie wichtig ich dir bin.“ Ein goldener Moment für mich, denn da erlebe ich mich in meiner liebevollen Fürsorge und in meinem Wunsch, ein Beitrag für eine gesunde Entwicklung zu sein, damit er seinen guten Platz im Leben findet, gesehen. ✨💛

Nachwirkungen und Selbstfürsorge

Als Michel dann im Bett war, nahm ich mir Zeit, um auch meine Seite anzuschauen. Zuerst einige tiefe Atemzüge, eine Umarmung, und dann ein Gespräch mit Christian, um mich auszutauschen. Ich hörte seine Sicht und konnte auch meine Perspektive teilen. 🗣️💬

Meine Selbstfürsorge nach solchen Situationen dauert manchmal Tage. Es schwingt nach und blitzt in ruhigen Momenten wieder auf. Ich habe immer wieder die Möglichkeit, hinzuschauen und zu überlegen: Wie kann ich vermeiden, dass es für mich und mein Kind stressig wird? 🤔🌸

Erkenntnisse und Ausblick

Meine Idee: Je besser ich für mich sorge und darauf achte, dass es mir gut geht, desto besser kann ich mit schwierigen Situationen umgehen oder sie sogar vermeiden. Leichtigkeit und Entspannung im Alltag – wie schön ist das denn? 🌿😊

Herzliche Grüße,

eure Heidi 💛
vom Team Akademie Achtsame Kommunikation

*Namen sind abgeändert

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